Das Projekt DJF Ausstellung „Okinawa – Spielball von Militärstrategen“

Die Ryûkyû-Inseln – meist „Okinawa-Inseln“ genannt – gehören zu Japan. Sie bestehen aus 160 Inseln, von denen 50 bewohnt sind. Die Hauptstadt Naha auf der Insel Okinawa ist 1.600 km von Tokio entfernt, aber nur 608 km von Taipeh auf Taiwan.

In chinesischen Annalen wird Ryûkyû erstmals im Jahr 1372 erwähnt. Seine Blütezeit erlebte Ryûkyû von 1477-1525, der Seehandel brachte Ryûkyû Wohlstand. 1879 löste Japan das 450 Jahre alte Königreich auf und machte es zur japanischen Präfektur Okinawa.

Makoto Oda lernte 1996 den Musiker und Friedenskämpfer Kina Shoukichi aus Okinawa kennen und organisierte, dass die deutsche Delegation 1997 auch nach Okinawa kam. Es war das 22. Forum und es gab eine große Friedenskonferenz in Naha, der Hauptstadt Okinawas, an der auch Kina Shoukichi teilnahm. Seitdem beschäftigt uns das Thema Okinawa bis heute.

Schon lange arbeitete auch Irma Richter an dem Thema Okinawa. Sie übersetzte das einzige Standardwerk über die Geschichte Okinawas. Insbesondere faszinierte sie die 450-jährige Periode des Königreiches Ryukyu (so hieß Okinawa früher), in der es eine lebensfrohe Kultur ohne Waffen gegeben hatte. Sie wollte gerne eine Ausstellung machen und fand Aktive des DJF. Im Jahre 2000 war eine kleine Delegation des DJF in Okinawa auf Materialsuche. Beim „Ota Peace Research Institute“ wurden wir fündig. Ota, ein früherer Gouverneur, der sich auch schon während seiner Amtszeit gegen die vielen US-Militärstützpunkte gewehrt hatte, öffnete uns alle Türen in die Archive. Wir erhielten 17 kg Material, darunter wertvolle Bildbände und Dokumentationen.

Inhaltliche Schwerpunkte der Ausstellung sind die Geschichte, die Schlacht um Okinawa im April 1945 (236 660 Tote, darunter 14 005 US-Soldaten!), und die gegenwärtigen Konflikte zwischen der Bevölkerung mit den Angehörigen der amerikanischen Streitkräfte, die zunächst als Besatzungsmacht und später im Rahmen eines „Sicherheitsvertrags“ mit der japanischen Zentralregierung einen erheblichen Teil der Hauptinsel zu einem System militärischer Stützpunkte ausbauten. Wir zeigen alle 39 Militärstützpunkte und die geostrategische Bedeutung für die gegenwärtigen Kriege der USA und die zukünftigen, insbesondere die Kriegsvorbereitungen gegen China.

Seit Kriegsende gibt es Proteste der einheimischen Bevölkerung gegen die Militärstützpunkte. Die Ausstellung zeigt die Gründe dafür auf und verdeutlicht die Gefahren für die Menschen, die vor allem Opfer von Verbrechen und  Umweltbelastungen werden. Die Gegner der Militärstützpunkte befürchten, dass die Okinawaner durch die Unterstützung von militärischen Aktionen der USA in Ostasien von Komplizen zu Opfern werden könnten. Seit Jahren führen die Einwohner den Kampf gegen einen neuartigen Militärstützpunkt (Heliport in Henoko). Er soll ins Meer gebaut werden, auf ein Korallenriff und die einzigen Brutstätten von Seekühen in Japan. Auch dieser Militärstützpunkt richtet sich gegen China.

Wir zeigen in der Ausstellung aber auch ökonomische und ökologische Projekte für die alternative Nutzung der Stützpunkte, die den Ausstellungsbesucher anregen sollen, am Beispiel Okinawas über unterschiedliche gesellschaftliche und kulturelle Konzepte des Zusammenlebens nachzudenken.

Die Ausstellung war ein Beitrag des DJF zu den „Asien-Pazifik-Wochen Berlin 2001“. Sie orientiert sich auch an den Zielen des weltweiten Städtebündnisses mit Hiroshima und Nagasaki (Mayors for Peace), dem auch Berlin angehört. Die Mayors for Peace wollen weltweit die Atomwaffen abschaffen und friedlich mit allen Ländern zusammenarbeiten. Dabei ist ein umfangreicher Informationsaustausch vorgesehen, eben auch Wanderausstellungen

Die Ausstellung wurde bisher gezeigt
2001 in Berlin, 2002 in Nürnberg, 2003 in Hamburg, 2004 in Chemnitz und Dresden, im März/April 2005
in Annaberg (Thüringen) und im August/September 2005 in München.

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